Das Dickicht ist kein Motiv

Das Dickicht ist kein Motiv. Es ist eine Bühne.

Als wir im Juni unseren ersten Open Call ausgeschrieben haben, war das der Satz, um den herum alles gebaut war. Wir wollten keine schönen Wälder. Wir wollten Bilder, in denen das Unübersichtliche etwas verbirgt – und in denen man spürt, dass da etwas ist, bevor man weiß, was.

Ein Open Call ist für einen kleinen Ausstellungsraum keine Selbstverständlichkeit. Man schreibt eine Frage in die Welt hinaus und weiß nicht, ob jemand antwortet.

Und es haben Leute geantwortet. Aus mehreren Ländern, manche von weit her. Und sie haben etwas eingereicht, mit dem wir nicht gerechnet hatten: kaum Landschaft, dafür viel Inszenierung, auch Gefundenes. Gestellte Szenen im Unterholz. Menschen, die sich verstecken – oder gefunden werden wollen. Am Ende lagen fast 200 Einreichungen auf dem Tisch.

Ausgewählt hat eine dreiköpfige Jury: Petra van Husen, Andreas Koridass und Thomas Weikert. Dass alle drei zugleich mit eigenen Arbeiten in der Ausstellung vertreten sind, ist Absicht: Der weissraum ist ein Atelier, kein neutraler Kunstraum. Wir stellen uns derselben Frage, die wir gestellt haben.

Die Auswahl ist uns schwergefallen. Es gab weit mehr, was sehens- und zeigenswert gewesen wäre, als wir zeigen können.

Was die ausgewählten Arbeiten verbindet: Sie verlangen einen zweiten Blick, manchmal einen dritten. In einer Zeit, in der Bilder in Bruchteilen von Sekunden konsumiert werden, ist das fast eine Zumutung – und genau deshalb den Versuch wert.

Die Künstler:innen stellen wir Euch hier nach und nach vor. Schaut also ab und zu mal wieder rein. Und kommt vorbei!

Gruppenausstellung · Erster Open Call des weissraum.
Vernissage: Sonntag, 6. September 2026, 11 Uhr
Ausstellungsdauer: 6. September bis 22. November 2026

Weiter
Weiter

Ein.Blick: Oh what a night!