Imhotim, 2016
Serie aus 6 Fotografien, davon 3 im Dickicht zu sehen

Ute Bartel

Werkangaben


Edition: 3 + 2AP
FineArt Print auf Fotokarton
100 × 66 cm
Preis: EUR 1.200

Webseite und Kontakt:

https://www.utebartel.de

Instagram

@utebartel.de

Vita

Geboren 1961 in Halle/Westfalen. 1986–1994 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster, Meisterschülerin bei Reiner Ruthenbeck. Lebt und arbeitet in Köln. Ausstellungen seit 1989, unter anderem Kunsthalle Trier, Goethe-Institut Kyoto, Kunsthalle Wiesbaden, Deichtorhallen Hamburg.

„Ich arbeite mit Fotografie mit dem Blick einer Bildhauerin. Die Kamera ist mein wichtigstes Werkzeug, mit der ich Dinge, alltägliche Begebenheiten und Orte abbilde."

Ein wesentliches Thema in Ute Bartels künstlerischer Arbeit sind die natürlichen Formen und Farben von Gegenständen und Organismen, die sie umgeben, und deren Besonderheiten, die sie durch unterschiedliche fotografische Vorgehensweisen sowie analoge und digitale Bildbearbeitungen verdeutlicht. Die Fotografien bleiben dabei nicht flach – sie werden zu formgebendem Material, das sie mit Wachstuchdecken, Plastiktüten oder Strohhalmen zu Collagen und Installationen verbindet.

Über INHOTIM schreibt sie:

Bei der Fotoserie INHOTIM, aufgenommen in Brasilien, sind die zentralen Mittel Licht, Unschärfe und Indifferenz.

In einem dämmrigen Umfeld blickt man auf fremdartige Blüten, die gerade genügend beleuchtet sind, um erkennbar zu sein. INHOTIM, eine Serie von fünf bis acht dunkeltonigen Fotografien, von denen im weissraum. drei zu sehen sind, bilden mit ihrer Höhe von 124 cm und ihrer dichten Hängung ein Gegenüber. Die etwa kopfgroßen Blüten in Augenhöhe, deren satte bis kräftige Farbigkeit vor dunklem Grund leuchtet, wirken mit ihren feinen, jedoch fremden Formen wie an einem entfernten Ort portraitiert.

Im umgebenden Dunkel sind in diffusen Braun-Grüntönen mit teilweise helleren Flecken Formandeutungen von Gewächsen erahnbar, deren Zuordnung sich durch die Unschärfe einer genaueren Festlegung entzieht. Der so im Verborgenen bleibende Bildraum baut eine Spannung auf und wirkt zurück auf die Blüten im Vordergrund.

Ist ihre Wirkung im ersten Moment vielleicht durch ihre Schönheit bestimmt, so changieren sie beim weiteren Betrachten zwischen reizvoll-geheimnisvoll und irritierend. Etwas Morbides, Vergängliches schwingt mit durch Details wie abgestorbene Blütenblätter, krabbelnde Ameisen oder ein merkwürdig feuchtes Schimmern.

Diese Diversität taucht den Betrachter in ein Beziehungsgeschehen, je länger er sich den Bildern aussetzt. Komplexe Beziehungen zwischen Zentralmotiv und diffusem Hintergrund werden deutlich, ohne dieses Beziehungsgeflecht zu erklären. Welche Pflanzenteile gehören zur Pflanze? Welche sind vielleicht symbiotisch? In welcher Beziehung zur Blüte stehen z. B. die sichtbar werdenden Ameisen?

Es entsteht eine merkwürdige Stimmung des Hin- und Hergerissen-Seins zwischen Bekanntem und Unbekanntem, Licht und Schatten, Neugier und Geheimnis, Schönheit und Vergänglichkeit, Leben und Tod.